Bündnis „Bahn für Alle“ – Preiserhöhungen ungerechtfertigt


PRO BAHN Hessen ist Mitglied im Bündnis „Bahn für Alle“ und veröffentlicht hiermit die gemeinsame Position

Das Bündnis Bahn für Alle lehnt die aktuelle Tariferhöhung der DB AG um
1,9 bzw. 1,5 Prozent (Normalpreise im Fern-/Nahverkehr) ab.
Bündnissprecher Bernhard Knierim sagte: „Eine Preiserhöhung ist in
Anbetracht der desolaten Qualität, die die DB seit Monaten liefert,
nicht nachvollziehbar.

Abgesehen von den Sonderangeboten sind die Preise
grundsätzlich zu hoch, besonders aber in Anbetracht der vielen
Verspätungen und Zugausfälle, die die DB AG offensichtlich nicht in den
Griff bekommt.“

Winfried Wolf forderte außerdem: „Das Nebeneinander von Normalpreisen,
die trotz der reduzierten Flexibilität nun als Flexpreise bezeichnet
werden, Sparpreisen, Super-Sparpreisen und sonstigen Angeboten wirkt auf
die Fahrgäste abschreckend. Die DB AG benötigt ein grundsätzlich
vereinfachtes Tarifsystem mit einem sehr viel niedrigeren Preisniveau,
das flexibles und bezahlbares Reisen ermöglicht.“
Die beiliegende Grafik der Fahrpreisentwicklung in den letzten 15 Jahren
(seit der grundlegenden Bahnpreisreform „PEP“) zeigt, dass die Preise im
Fernverkehr insgesamt um 47 Prozent gestiegen sind und im Nahverkehr
sogar um 53 Prozent. Damit sind die Preiserhöhungen über den Zeitraum
rund doppelt so hoch wie die allgemeine Inflation (unten in der Grafik
schraffiert angezeigt), und im Nahverkehr sind die Steigerungen
besonders in den letzten Jahren nochmals höher, da die DB AG hier anders
als im Fernverkehr keine Konkurrenz durch Fernbusse hat. Zudem sind
wichtige Zusatzleistungen noch deutlich stärker im Preis gestiegen: Die
BahnCard 50 als Mobilitätskarte für Vielfahrende ist um 85 Prozent
teurer geworden, und Platzreservierungen haben sich im Preis sogar mehr
als verdoppelt. Auch die BahnCard 100 ist im betrachteten Zeitraum um
46,5 Prozent teurer geworden; alleine zum aktuellen Fahrplanwechsel
steigt ihr Preis erneut um 125 auf dann 4.395 Euro.

Hinweis zur beiliegenden Grafik:
Fahrpreisentwicklung, Stand 2018 – Grafik
Die Grafik zeigt die Fahrpreisentwicklung der Normal- bzw. neuerdings
„Flexpreise“ seit 2003 (rote & grüne Linie für Nah- und Fernverkehr).
Die Sparpreise können in dieser Statistik nicht herangezogen werden, da
ihr Zustandekommen und die Anzahlen von der DB AG geheim gehalten
werden. Abgesehen davon sind verschiedenen Stufen der Sparpreise immer
nur mit Glück verfügbar, während nur die Normal-/„Flexpreise“
verlässlich sind.

Hinweis auf ausführliche Veröffentlichung:
Parallel zu dem aktuellen Fahrplanwechsel erscheint vom Bündnis Bahn für
alle in den nächsten Tagen der „Alternative Geschäftsbericht der DB AG
2018 – 25 Jahre Bahnreform“, der viele aktuelle Analysen zur Lage der DB
AG – unter anderem auch zum Tarifsystem – umfasst und hier bestellt
werden kann: abo@lunapark21.net

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