PRO BAHN Hessen fordert Konsequenzen in der Verkehrspolitik aus dem Bericht der Kommission gleichwertiger Lebensverhältnisse

Die Dietzhölztalbahn im Dillenburger Stadtteil Frohnhausen, gelegen im Lahn-Dill-Kreis in Mittelhessen.

Die Dietzhölztalbahn im Dillenburger Stadtteil Frohnhausen, gelegen im Lahn-Dill-Kreis in Mittelhessen, hier fuhr der letzte fahrplanmäßige Zug 1987.

In allen Flächenländern der Bundesrepublik Deutschland gibt es abgehängte Regionen, die strukturellen Unterschiede haben sich in den letzten 40 Jahren stark verschärft, sie haben inzwischen ein ernstes Szenario erreicht. Hierzu zählt auch der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV). Politik und staatliche Institutionen verstoßen mehr und mehr gegen den Artikel 72 des Grundgesetzes, weil gegenläufige Entscheidungen seit Jahren zu einem Rückbau von Infrastruktur führen. Weil sich der Staat seiner Verantwortung nicht stellt, wird seitens der Wirtschaft, des Handels, des privaten Freizeit- und Serviceangebots parallel seit Jahren rückgebaut. Die Folge, deutliche Einwohnerverluste.

Der PRO BAHN Landesverband Hessen fordert von den Entscheidungsorganen des Bundes die Festsetzung von Mindeststandards, wie selbst in Gebieten mit geringer Einwohnerzahl von unter 70 Einwohnern je Quadratkilometer die Mobilität so sichergestellt werden kann, dass jedweder Mensch sowohl von diesem Ort mit einem öffentlichen Verkehrsmittel abreisen kann und dass er auch in diesen Ort gelangt.

Gerade auch im Land Hessen ist dies in vielen Teilen nicht der Fall. Insbesondere in den dünn besiedelten Mittelgebirgslagen gibt es hier dringende Aufbaubedürfnisse. Dies ist nicht nur von den weit von den urbanen Räumen entfernten Orten der Fall. Selbst im Untertaunus und Hintertaunus, nicht weit von Hessens größten Städten Frankfurt und Wiesbaden, gibt es Orte, welche nur mit sehr wenigen Fahrten am Tag erschlossen sind und die ohne jedweden Wochenendverkehr verfügen. Landkreise mit deutlich unterentwickeltem Lokalbusverkehr sind der Werra-Meißner-Kreis, der Landkreis Fulda, der Vogelsbergkreis und der Lahn-Dill-Kreis.

Zu den vom PRO BAHN Landesverband Hessen geforderten Mindeststandards gehört eine Verkehrsbedienung während 18-20 Stunden von Montag bis Samstag sowie 12 Stunden an Sonn- und Feiertagen. Hierbei können in der Entwicklung von Konzepten auch neue und noch zu entwickelnde Mobilitätsformen eine Rolle spielen. Ein ganz wichtiger Aspekt, sämtliche Mobilitätsformen müssen entweder von der öffentlichen Hand selbst betrieben werden oder durch öffentliche Vergabe erfolgen, so dass stets die staatliche Lenkung und Angebotsbeschreibung erfolgt. Rein auf private Initiativen zu setzen, das wird nicht funktionieren. Unternehmerisch geführt bedeutet das unausweichliche Gebot des Erzielens von Gewinnen und ehrenamtliches Engagement kann das Grundbedürfnis nicht ausgleichen.

In den letzten 40 Jahren sind zukunftsweisende Konzepte versäumt worden. Nun müssen die nächsten 40 Monate dazu genutzt werden, die Umkehr aus dem Denken der letzten 40 Jahre einzuläuten. Diejenigen, die sich dieser Entwicklung entgegensetzen, sollten auf entscheidenden Positionen nicht mehr sitzen, es bedarf in Zeiten des Klimawandels eines unausweichlichen Denkens im Sinne der Menschen in allen Teilen Deutschlands.

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