Bei der Planung der Citybahn Wiesbaden werden (M)ainzigartige Workshops zur Bürgerbeteiligung durchgeführt

M)ainzigartig; unter diesem von der Marketingbranche kreierten Wort werden die Leistungen der Mainzer Mobilität gerne beschrieben. Der Begriff soll die Verbundenheit zwischen Mainzern und „ihrem“ ÖPNV wiederspiegeln. Mainzigartig steht dabei auch für eine besondere Berücksichtigung der Kundeninteressen und -bedürfnisse der Mainzerinnen und Mainzer und dem Gefühl von den Verantwortlichen in Verwaltung und Politik ernst genommen zu werden. Im Rahmen des Planungsprozesses der Citybahn Wiesbaden sind neben der Variantenuntersuchung auf dem Gebiet der hessischen Landeshauptstadt auch die Bedürfnisse für dieoptimalste Variante auf der anderen Seite des Rheins liegenden Hauptstadt von Rheinland-Pfalz zu berücksichtigen. Soll die Citybahn doch zukünftig von Hochschule Mainz bis zur Hochschule Wiesbaden in einer durchgehenden Verbindung fahren können.

Den optimalen Trassenverlauf zwischen diesen beiden Endpunkten gilt es dabei auf der Basis eines möglichst breiten Bürger- und Expertenkonsens zu finden. Für die vergleichbar kurze Trasse zwischen dem Bestandsnetz der Mainzer Straßenbahn und der Rheinquerung an der Theodor-Heuss-Brücke führt die Planungsgesellschaft Citybahn GmbH gemeinsam mit interessierten Mainzer Bürgern sowie Verbandsvertretern Workshops zur Bürgerbeteiligung durch. Ziel der Workshops soll ein Variantenvorschlag als Entscheidungsgrundlage für die Stadtverordneten und die Verwaltung der Landeshauptstadt Mainz sein.

Die bereits zum vierten Mal stattgefundenen Workshops werden moderiert von den Frankfurter Kommunikationsexperten der Business Communications Consulting (BCC) und fachlich durch Experten des Verkehrsplanungsbüros PTV sowie den Mainzer Netzen begleitet. Bei den vergangenen Workshops ging es zunächst darum, gewünschte Vorteile und befürchtete Nachteile sowie Wünsche, unabhängig von einem konkreten Trassenverlauf an eine neue Straßenbahnverbindung zusammenzutragen zu gruppieren und zu gewichten. In einem nächsten Schritt wurden die einzelnen möglichen Streckenvarianten zwischen Theodor-Heuss-Brücke und dem bestehenden Straßenbahnnetz von den Teilnehmenden und dem Verkehrsplaner der PTV ausführlich anhand von Straßenkarten und Satellitenbildern besprochen. Großflächig ausgedruckte Satellitenbilder wurden auch jedem Teilnehmenden zur persönlichen Verfügung gestellt. Die jeweils möglichen Streckenvarianten zwischen den beiden vorgenannten Punkten wurden in mehrstündigen Sitzungen bis ins letzte Detail besprochen und anhand der unabhängig von den Streckenvarianten aufgestellten Kriterien bewertet. Gleichzeitig konnten neue variantenbezogene Kriterien (Positiv wie Negativ) vorgetragen und in den Anforderungskatalog aufgenommen werden. Änderungsvorschläge (etwa für die Positionierung von Haltestellen etc.) wurden durch PTV aufgenommen und nochmals auf Umsetzbarkeit und Praktikabilität geprüft und nach Möglichkeit in die Variantenvorschläge eingearbeitet. Gleichzeitig wurde den Teilnehmenden die Möglichkeit geboten, völlig neue Trassenvarianten vorzuschlagen.

Fachkundigen Input konnten auch die Mitarbeiter der Mainzer Netze in die Diskussionen einbringen. Sie erläuterten den Teilnehmenden umfangreich, wie es im Mainzer Untergrund aussieht und was die einzelnen Trassenvarianten in Bezug auf das Verlegen von bestehenden Gas-/ Wasser-/ Strom- und/oder Fernwärmeleitungen bedeutet. Hierbei wurden sowohl die Bauphase als auch mögliche Leitungsreparaturen während der Betriebsphase beleuchtet.

In den vergangenen Workshops wurden die Varianten der Streckenführung über die Kaiserstraße (Variante 1), über die Große Bleiche (Variante 2) über die Quintinstraße und Höffchen/ Ludwigstraße (Variante 3) sowie über die Quintinstraße/ Flachsmarktstraße und Große Bleiche (Variante 3b) detailgenau besprochen. Sodann konnten die Teilnehmenden im Workshop am 20.11.2018 eine erste Vorausentscheidung anhand der im ersten Workshop ausgearbeiteten Kriterien getroffen werden.
Die Gewichtung der Streckenvarianten anhand der aufgestellten Kriterien erfolgte am 20. November von den Teilnehmenden in Kleingruppen deren unabhängig voneinander ausgearbeiteten Ergebnisse sich jedoch größtenteils übereinstimmten. Demnach sollen die Varianten 1 (Kaiserstraße) und 3b (Quintinstraße/Große Bleiche) nicht weiter für eine Streckenführung der Citybahn favorisiert werden. Diese Ergebnisse deckten sich auch mit einer im Anschluss vorgestellten Kosten-Nutzen-Untersuchung der Varianten. Dabei ist zu betonen, dass weder die Teilnehmenden im Vorfeld von der KNU wissen konnten, noch durch die Vertreter der Verwaltung oder der Citybahn GmbH meinungsbildend auf die Teilnehmenden Einfluss genommen wurde. Die Teilnehmenden der Workshops werden nun in der finalen Beteiligungsphase zu Beginn des neuen Jahres einen Variantenvorschlag ausgearbeitet haben und können sich sicher sein, dass die dann gefundene Variante unter Abwägung aller erdenkbaren Interessen den größten Konsens zwischen Einzelhandel, Anwohnern, Schülern, Studenten und Planungsexperten abbildet.

Mit dieser Art der moderierten Workshops unter Beteiligung aller möglicher Interessen (vom ADAC über Anwohner, PRO BAHN, Einzelhandelsvertretern, Mainzer Carnevalsverein, usw.) ist die Planungsgesellschaft Citybahn GmbH und die Verwaltung in Mainz einzigartige neue Wege der Bürgerbeteiligung gegangen. Selten konnte man als Verbandsvertreter einer Beteiligungsplattform mit solch intensiv konstruktiven, bis weit in Nacht hineingehenden, Diskussionen beiwohnen und verließ die Beteiligung mit solch (M)ainzigartigen Gefühlen der Wertschätzung und Wahrnehmung der Interessen. Ein großer Dank muss hierbei auch der tollen Vor- und Nachbereitung der Workshops durch BCC gelten, deren Mitarbeiter/in für eine wunderbar konstruktive Arbeitsatmosphäre, mit teils extrem kontrovers geführten Diskussionen, bei den jeweils ca. vierstündigen Abendworkshops beigetragen haben.

Der Fahrgastverband PRO BAHN e. V. freut sich auf eine weitere Zusammenarbeit!

Für weitere Nachfragen steht der Regionalsprecher in der Region Rheinhessen/ Mainz unter:
probahn.rlp.martin.mendel(a)web.de
gerne zur Verfügung.

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