Positive Veränderungen im Landkreis Marburg-Biedenkopf, dagegen Stillstand und Rückschritt im Lahn-Dill-Kreis, ansatzweise positive Akzente im Regionalzugverkehr, PRO BAHN Mittelhessen sieht durchwachsenes Bild zum Fahrplanwechsel.

Vor dem Bahnhof in Gießen halten die Buslinien in die Stadt und in die umliegenden Kommunen.

Vor dem Bahnhof in Gießen halten die Buslinien in die Stadt und in die umliegenden Kommunen.

Ein gemischtes Bild zeichnet der PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen, dem die Regionalsprecher Thomas Kraft (Lahnau) und Reinhard Ahrens (Weimar/Lahn) vorstehen, von den anstehenden Fahrplanänderungen in der Region zum 09.12.2018.

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf zeigt Flagge für den ÖPNV. So kann man es bezeichnen, wenn man sieht, die der Lokale Nahverkehrszweckverband RNV/RMV schon das zweite Jahr hintereinander die Fahrpläne aufstockt. Es ist erfreulich, dass das als Taxi allgemein bekannte Gefährt nun in dem nördlichen mittelhessischen Landkreis ausgedient hat. Zum großen Teil werden nun wieder Linien-Omnibusse die Strecken auch in den ländlicheren Räumen befahren und an den Stellen mit schwächerer Auslastung leisten nun größere Anruf-Linien-Taxis den Beförderungsbeitrag, so dass auch hier mehr als nur einzelne Personen von diesen Orten abfahren können.

Dagegen ist es im Zuständigkeitsbereich der Verkehrsgesellschaft Oberhessen mit dem Landkreis Gießen und dem Wetteraukreis relativ ruhig. Lediglich sind Veränderungen in Spätfahrten erkennbar, in dem Busse durch die nun in den späten Abendstunden eingesetzte Vogelsbergbahn ersetzt werden. Das Problem im Landkreis Gießen sind die aus Sicht von PRO BAHN lästigen Eigenwirtschaftlichen Verkehre auf einigen Buslinien. Hier wird auch auf diesen Linien Stimmung gegen die Reaktivierung von Bahnstrecken betrieben, speziell im Fall der Linie 371, wo man die Lumdatalbahn verhindern möchte. Nun will man mit Alibi-Express-Bussen in Eintracht mit dem Bürgermeister Gefeller aus Staufenberg, den Leuten Minderleistung als Mehrleistung verkaufen, in dem man bei Einzelfahrten einfach einzelne Stationen nicht mehr anfährt und gleichzeitig auf schlechtere Alternativverbindungen verweist.

Düster sieht es aus Sicht von PRO BAHN Mittelhessen für das Gebiet der VLDW (Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil) , das heißt den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Limburg-Weilburg aus. Hier wird seit 10 Jahren nur noch Statusverwaltung in Form eines quasi Schulbusverkehrs mit maginalen Angeboten in anderen Tageslagen betrieben. Anders ist es nicht mehr zu sehen, weil vielfach von den wichtigen Knotenpunkten, wie den Bahnstationen die Lokalbusse nur noch die Kernorte der Landkreisgemeinden anfahren und in die weiteren Ortschaften umgestiegen werden muss. Inzwischen sind weite Tageslagen nur noch im komplizierten Rufbussystem erreichbar, dass die Angebotskürzungen der letzten 10 Jahre zumindest schrittweise wieder zurückgenommen werden, das ist nicht erkennbar.

Der PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen setzt etwas Hoffnung in die laufenden Verfahren zur Neuaufstellung der Lokalen Nahverkehrspläne für den Lahn-Dill-Kreis, den Landkreis Gießen, den Wetteraukreis und den Vogelsbergkreis, wodurch in Anhörungsverfahren auf die notwendigen Kapazitätserweiterungen im Sinne einer Verkehrswende hingewiesen werden muss.

Erfreulicher sieht man aus mittelhessischer Sicht die Entwicklung beim Rhein-Main-Verkehrsverbund in Bezug auf den Schienenpersonennahverkehr (SPNV). Auf den von der Main-Weser-Bahn abzweigenden Strecken sind in den Abendstunden, zumindest an den Wochenenden neue Spätfahrten im Fahrplan. Zudem fahren die Züge der Lahntalbahn, welche seither saisonal gefahren sind, künftig ganzjährig. Die Main-Weser-Bahn selbst hat ja bereits zum letzten Fahrplanwechsel im Dezember 2018 eine Aufwertung erfahren. Dies sind zwar Schritte in die richtige Richtung, denen müssen jedoch unbedingt weitere in den nächsten Fahrplanjahren folgen, so der PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen.

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