Dreieichbahn hat seit Jahresanfang 2019 neue Züge aus Polen aber alle Fahrgäste und die Einwohner/innen fluchen

Auf der Bahnstrecke (Linie RB 61) Frankfurt(Main)Hbf. – Neu-Isenburg – Dreieich – Rödermark – Dieburg – gibt es große Probleme.

Dieser PESA-Zugtyp ist auch auf der Dreiechbahn im Einsatz, hier auf der RE 17 (Kassel-Brilon-Hagen).

Dieser PESA-Zugtyp ist auch auf der Dreiechbahn im Einsatz, hier auf der RE 17 (Kassel-Brilon-Hagen).

Ab dem 02.02.2019 war es endlich soweit. Nach Jahren des Einsatzes der älteren Triebwagen-Generation hat endlich die Dreieichbahn neue Diesel-Nahverkehrstriebwagen erhalten. Die Strecke stand vor Jahrzehnten „vor dem Abschuss“, dem endgültigen Aus. Durch den Erfolg einer Bürgerinitiative wurde sie gerettet, ist nach dem Wandel in der Einstellung zur Verkehrspolitik in der urbanen Region Rhein/Main sogar ein Erfolgsmodell, in dem die Kapazitäten in Hauptverkehrszeiten wegen des großen Fahrgastandrangs nicht ausreichen.

Insgesamt hat DB Regio Mitte für den bereits seit Juni 2016 gültigen neuen Verkehrsvertrag der Dreieichbahn zehn Fahrzeuge vom polnischen Hersteller PESA Bydgoszcz SA aus Bromberg (Polen) bestellt. Die neue Fahrzeugflotte für die RB-Linie 61 besteht nach vollständiger Auslieferung aus sieben dreiteiligen Fahrzeugen der Baureihe BR 633 mit je 160 Sitzplätzen und drei zweiteiligen Triebzügen der BR 632 mit je 110 Sitzplätzen.

Der Fahrgastverband PRO BAHN fragt sich: „Warum dieser Typ Nahverkehrstriebwagen?“ Es muss festgestellt werden, wie man auch im anderen Sektor früher einmal sagte „hessische Verhältnisse“. Dieser Zugtyp ist in der Rhein-Main-Region und auch im benachbarten Raum nirgends im Einsatz. In Hessen sieht man den neuen Triebwagen lediglich im zweistündigen Betrieb zwischen Kassel-Wilhelmshöhe über Hofgeismar, Warburg, Brilon und Hagen.

Warum werden z.B. nicht im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), der der zuständige Aufgabenträger ist, die gleichen Zugtypen für alle nicht elektrisierten Bahnstrecken bei der Ausschreibung und Vergabe der Verkehrsleistung vorgegeben? So kämen auch überall bewährte Nahverkehrstriebwagen zum Einsatz, es könnten bei Ausfall an der einen Stelle auch Züge für die andere Stelle umdisponiert werden. Nun sind die PESA-Züge lediglich auf der Dreieichbahn im Einsatz. Es sind neue Modelle, die erst kürzlich nach längerer Zeit die Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt erhalten haben.

Jedenfalls hat der Alltagsbetrieb einiges offenbart. Die Heizungs- und Klimaanlagentechnik bringt nicht die witterungstechnisch angepassten Temperaturen für die Innenräume der Triebwagen. Fahrgäste berichten über nicht funktionierende Türen und Toiletten. Alles Angelegenheiten, die bei Betriebsstart nicht auftreten dürften. Hinzu kommt, dass es Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern gibt, die sich über die lauten Nahverkehrstriebwagen an den Bahnhaltestellen beschweren.

Der PRO BAHN Landesverband Hessen hat jedenfalls volles Verständnis für die Verärgerung der Fahrgäste. Der Zugtyp PESA ist jedenfalls als Kritikpunkt in aller Munde und man stellt sich schon die Frage, was die neue Ausrichtung sollte. Als kurzfristige Lösung müssen jedenfalls die Mängel an den PESA-Modellen behoben werden. Dies duldet keinen Aufschub. Dann muss für das Dieselnetz im RMV-Raum auf einen Zugtyp umgestellt werden. Langfristig muss die Dreieichbahn ausgebaut elektrifiziert werden.

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2 Responses to Dreieichbahn hat seit Jahresanfang 2019 neue Züge aus Polen aber alle Fahrgäste und die Einwohner/innen fluchen

  1. Thomas Müller sagt:

    Liebe Pro-Bahn-Redaktion,

    das Geräuschproblem ist nicht nur den neuen PESA-Zügen geschuldet, es entsteht allein dadurch, dass die Zugführer auch bei langen Stopps von 30 Minuten und länger die Dieselmotoren gnadenlos im Leerlauf durchlaufen lassen. Nur selten wird einmal ein Zugmotor bei längeren Halt abgestellt. Ich wohne direkt am Bahnhof Ober-Roden und kann die Züge schon am Leerlaufgeräusch erkennen. Gerade eben steht wieder ein Zug im Bahnhof, der schon seit 20 Minuten vor sich hin dieselt. Davor der Zug (kein PESA) hat über 40 Minuten gedieselt.

    Die laufenden Großdiesel scheinen der Bahn als großer grüner Umweltkonzern reichlich egal zu sein, ebenso die Debatte um die Dieselproblematik. Die Abgasproblematik, die Dieselverschwendung (bezahlt der Passagier), die Lärmbelästigung, offensichtlich alles einerlei. Eine Privatperson begeht bei unnötig laufenden Motoren eine Ordnungswidrigkeit, auch das scheint für die Bahn nicht zu gelten.

    Ich habe die Bahn mit dieser Problematik auch schon direkt angeschrieben, Reaktion nach drei Wochen: „Wir werden ihr Anliegen an die zuständige Stelle weiterleiten.“ Sonst nix.

    Übrigens: die Busse, die am Bahnhof auch eine längere Wartezeit haben, die schalten dabei den Motor aus. Immer!

    • Admin 1 sagt:

      Sehr geehrter Herr Müller,
      es ist sicherlich störend, wenn ein Bus oder ein Zug brummt. Oft liegt es aber auch im Sommer an der Klimaanlage und im Winter an der Heizung, weswegen Züge und Busse auch im Standbetrieb laufen.
      Gruß
      Die Internet-Redaktion

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