PRO BAHN Mittelhessen fordert Elektrifizierung der Lahntalbahn zwischen Wetzlar und Lahnstein

Die Lahntalbahn im Bahnhof Weilburg.

Die Lahntalbahn im Bahnhof Weilburg.

Mit der Entwicklung der Schieneninfrastruktur in der Region befasste sich der PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen erneut bei seiner jüngsten Zusammenkunft. Die Koalitionsvereinbarung rer Bundesregierung sieht erstmals seit Jahrzehnten größere Investitionen in die Elektrifizierung von Bestandsstrecken vor. Inzwischen ist dies in aktives politisches Handeln gelangt und die Bundesländer sind aufgefordert, Bahnstrecken zum Ausbau der Elektrifizierung anzumelden, so der Regionalsprecher von PRO BAHN Mittelhessen, Thomas Kraft.

Der PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen fordert den Ausbau der Lahntalbahn mit der Elektrifizierung des gesamten Streckenabschnitts. Konkret gibt es heute zwischen Wetzlar und dem Limburger Stadtteil Eschhofen sowie westlich des Bahnhofs Limburg bis nach Lahnstein, Stadtteil Niederlahnstein keine Oberleitung.

Wie man erfreulicher Weise vernehmen kann, sind der Hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, Tarek Al-Wazir und der Rheinland-Pfälzische Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Dr. Volker Wissing (FDP) haben sich beide für die Elektrifizierung der Lahntalbahn ausgesprochen. Nun müssten den Worten auch Taten folgen und die Lahntalbahn müsse in die Liste des Maßnahmenplans des Bundes aufgenommen werden.

Dem Fahrgastverband PRO BAHN ist bekannt, dass im Rahmen der Offensive aus den 1980er Jahren die Elektrifizierung der Lahntalbahn wegen der angeblich zu geringen Höhe der Tunnelbauwerke wieder verworfen wurde. Dieses Argument zählt aus Sicht der Fahrgastvertreter jedoch nicht. So gebe es die Möglichkeit der Stromschiene anstelle der klassichen Oberleitung. Die Stromschiene sei technisch weiterentwickelt worden. Ebenso gebe es in der Fahrzeugtechnik Möglichkeiten, dass elektrisch betriebene Fahrzeuge abschnittsweise auch ohne Fahrdraht fahren könnten. Letztlich müsse auch mal in Betracht gezogen werden, einen Tunnel neu zu bauen.

Angesichts des Investitionsfaktors, dass z.B. Autobahn-Talbrücken schon nach 50 Jahren für 40-80 Mio. Euro je Brücke komplett durch Neubauten ersetzt werden müssen zeige auf, dass an bestehenden Bahnstrecken wie der Lahntalbahn nach rund 160 Jahren auch mal in Neubauten von Eisenbahntunneln zu investieren, so Thomas Kraft, der auch Landesvorsitzender des PRO BAHN Landesverbandes Hessen ist.

Mit dem Ausbau als elektrifizierte Strecke könnten auch die zahlreichen nicht barrierefreien Bahnsteige und anderen Anlagen an den Bahnhöfen und Bahnstationen grundhaft erneuert oder durch völlige Neubauten ersetzt werden. Auch hier bestehe erheblicher Investitionsbedarf.

Mit einer durchgängig elektrifizierten Lahntalbahn verspricht sich der PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen auch die Möglichkeit des Einsatzes größerer und schnellerer Züge bzw. Triebfahrzeuge, um dem wachsenden Bedarf im Berufsverkehr aber auch insbesondere im touristischen Bedarf Rechnung zu tragen. Vielfach breche bei den kleinen Dieseltriebwagen heute der Verkehr zusammen, weil bei schönem Wetter Kolonnen von Radfahrern an den Bahnsteigen zurückbleiben. Die Lahntalbahn stelle zudem ein Bindeglied zwischen den elektrifizierten Bahnstrecken der Main-Weser-Bahn (Frankfurt-Gießen-Kassel), der Dillstrecke (Gießen-Wetzlar-Siegen), der Taunusstrecke (Frankfurt-Limburg) und der Rechten Rheinstrecke (Wiesbaden-Lahnstein-Neuwied-Troisdorf) dar. So könne auch ein Fahrzeugpool mit dem flächendeckenden Einsatz gleichartiger Züge im Gesamtnetz viel besser realisiert werden.

Der PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen fordert die Politik, die Verkehrsverbünde als Aufgabenträger und die Deutsche Bahn dazu auf, sich dem Thema „Ausbau der Lahntalbahn“ endlich ohne Scheuklappen zu widmen, so Thomas Kraft abschließend.

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