PRO BAHN Hessen bedauert Wochenend-Ticket-Aus

Der Fahrgastverband PRO BAHN bedauert die Abschaffung des Schönes-Wochenende-Tickets (SWT) der Deutschen Bahn. Der Pauschaltarif für Kleingruppen und Familien im Nahverkehr wird am kommenden Samstag 8. Juni zum letzten Mal verkauft. „Die von der Deutschen Bahn ersatzweise empfohlenen Ländertickets sind für Regionen am Rande eines Bundeslandes wenig attraktiv und ersetzten das Wochenend-Ticket nur unvollständig“, bedauert der PRO BAHN Landesverband Hessen.

Verärgert zeigen sich die Fahrgastvertreter über Berichte, wonach das Quer-durchs-Land-Ticket gleichwertigen Ersatz biete. Tatsächlich sei dieser „Ersatz“ nicht nur teurer, sondern auf Anschlussfahrten in Verkehrsverbünden ungültig. Fahrgäste, die aus alter Gewohnheit mit diesem Ticket die Straßenbahn nehmen, riskieren ein erhöhtes Beförderungsentgelt von 60 Euro – pro Person.

Das „Schöne Wochenende Ticket“ gab es seit 1995 im Fahrscheinsortiment der Deutschen Bahn. Zu Beginn konnten fünf Personen an zwei Tagen für nur 15 Euro unbegrenzt im Nahverkehr fahren. Zunächst wurde der Preis immer wieder angehoben, zum Schluss kamen auf einen Grundpreis von nicht weniger als 44 Euro für eine Person Aufpreise für jeden weiteren Reisenden von je 6 Euro hinzu. Fünf Reisenden zahlten somit 68 Euro – zu viel, um auf kürzeren Strecken noch attraktiv zu sein.

PRO BAHN: In Hessen bietet das Hessenticket für Gruppen ab zwei Personen ab einer Distanz von über 30 km die Alternative. Leider ist dieses Ticket noch nicht nach Personen gestaffelt von ein bis fünf Personen wie in den meisten anderen Bundesländern erhältlich, sondern nur für den Einheitspreis von 36 Euro erhältlich. Die Verkehrsverbünde bieten auch Gruppentickets, welche sich ab zwei Personen bereits lohnen. Bedauerlich ist, all dies bietet keinen Ersatz für das „Schöne Wochenende Ticket“

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1 Antwort zu PRO BAHN Hessen bedauert Wochenend-Ticket-Aus

  1. Gregor Klug sagt:

    Warum wohl?
    Wundert man sich bei der Bahn tatsächlich über die mangelnde Nachfrage nach dem „Schönes-Wochenende-Ticket“? 1995 trug die Fahrkarte ihren Namen noch zu Recht, denn sie galt das ganze Wochenende. Mal davon abgesehen, daß die DB damals vom Ansturm „überrascht“ war und über ein Jahrzehnt nicht fertig brachte, entsprechend Zugmaterial zur Verfügung zu stellen, wurde die Tortur, der man sich unterzog, immer teurer. Und zwar nicht im Zuge der Inflation, sondern der Gier! Was zu Beginn grundlegend falsch lief, versuchte man später in übertriebenem Maße nachzuholen. Genauer gesagt schickte man 1995 für einen Spottpreis von gerade einmal EUR 7,50 über das ganze Wochenende fünf Personen durchs Land. Wer denken kann, kommt ganz alleine darauf, daß Horden von Reisegruppen über die Züge herfallen würden. Ich wette, daß damals hohe Millionenverluste eingefahren wurden, die niemand registriert hat. EUR 1,50 pro Person für beliebig viele Bahnkilometer über zwei Tage! Ist irgendwo in der Führungsspitze der Bahn – und im zuständigen Bundesverkehrsministerium – jemand mit kaufmännischen Grundkenntnissen ausgestattet? Ich glaube nicht. Damals war es den Reisenden egal, ob man im Zug stehen und fünfzehnmal ohne getakteten Anschluß umsteigen mußte. Der Weg war schließlich das Ziel. Irgendwo hin ging es immer, und es gab viel zu entdecken im Land. Bei 75 Cent pro Tag war auch mal eine Übernachtung im Etat, das war klar. Aber dann kam die DB mit merkwürdigen Ideen um die Ecke, um ihren finanziellen Fauxpas zu korrigieren: Schon nach drei Monaten Preis verdoppelt, dann nochmals fünf Mark nach oben. Später Gültigkeit auf einen Tag beschränkt, und nicht viel später begann das SWT, sich von der Idee der Gruppenreise zu verabschieden, indem man plötzlich jeden einzelnen Mitfahrer dazubuchen mußte. Heißt aber auch: Bei einer allgemeinen Inflationsentwicklung von ca 30% zwischen 1995 und heute hat die Bahn ihr Angebot um 1070% (pro Erstreisender/Tag) angehoben. Und weitere Strecken stillgelegt.

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