PRO BAHN Mittelhessen begrüßt Wiedereröffnung des Fahrkartenschalters in Wetzlar

Der Bahnhof in Wetzlar, hier gibt es im Bahnhofsgebäude direkt an der Südseite der Gleise und in unmittelbarer Nachbarschaft zum zentralen Busknoten wieder einen Fahrkartenkartenschalter. Im Vordergrund ein Zug der Linie RB 40 (Mittelhessen-Express) mit einem Talent 2 von DB Regio.

Der Bahnhof in Wetzlar, hier gibt es im Bahnhofsgebäude direkt an der Südseite der Gleise und in unmittelbarer Nachbarschaft zum zentralen Busknoten wieder einen Fahrkartenkartenschalter. Im Vordergrund ein Zug der Linie RB 40 (Mittelhessen-Express) mit einem Talent 2 von DB Regio.

RMV wertet Bahnhof Wetzlar von einer „RMV Agentur“ zu einer „RMV Mobilitätsinfo“ auf

Steter Tropfen höhlt den Stein, so kann man es bezeichnen, dass ein fortwährendes Thematisieren auch zum Erfolg führen kann. Seit Anfang 2018 ist der Fahrkartenschalter der Deutschen Bahn in Wetzlar geschlossen. Woran liegt das? Zu dem Zeitpunkt hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) sein Verkaufs- und Beratungskonzept mit vor Ort bereitgestelltem Personal umgestellt.

Seither betreibt der RMV seinen Fahrkartenverkauf in eigener Verantwortung und gibt auch die Öffnungszeiten vor. Es gibt zwei Verkaufsformen.

Die große Variante ist die „RMV-Mobilitätsinfo“ mit einem klassischen Schalter (Tresen). Bei der Mobilitätsinfo sitzen nun Bedienstete der Deutschen Bahn „in Dienstleistung“ für den RMV, also auch mit entsprechender Kleidung „am Schalter“, beraten die Kunden und verkaufen Fahrscheine.

Die kleine Variante ist die „RMV-Agentur“. Da handelt es sich um die Verkauf im Rahmen eines anderen Dienstleisters/Einzelhändlers, z.B. eines Kiosk. In dessen Verkaufsräume kann man auch Fahrkarten erwerben. Der Verkauf läuft dann über Personal des Einzelhandels.

Im Fall des Bahnhofs von Wetzlar hat man sich seitens des RMV nur für die kleine Variante der „RMV-Agentur“ entschieden. Dies mutet sehr seltsam an, denn Wetzlar ist damit die mit Abstand größte Gebietskörperschaft, in der es nur eine „RMV-Agentur“ gibt. Selbst in Städten wie Limburg (Stadtbahnhof) gibt es eine „RMV-Mobilitätsinfo“. Laut RMV sind für die Festlegung Verkaufszahlen ausschlaggebend und nicht Einwohnerzahlen.

Man verweist gerne darauf, dass es in Wetzlar auch noch die Möglichkeit des Fahrkartenerwerbs an anderer Stelle gebe, so in der Mobilitätszentrale der Lokalen Nahverkehrsorganisation des Lahn-Dill-Kreises, der Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil (VLDW). Diese liegt jedoch nicht in der Nähe des Bahnhofs, dem zentralen Umsteigepunkt, auf den alle Buslinien zulaufen. Insbesondere für mobilitätseingeschränkte Menschen ist daher ein Angebot direkt am Bahnhof von Nöten, der Verweis auf eine andere Verkaufsstelle im Stadtgebiet inakzeptabel.

Der Fahrgastverband PRO BAHN hat seit dem Jahreswechsel 2017/2018 deutlich zum Ausdruck gebracht, dass man mit der Lösung in Wetzlar aus Fahrgastsicht nicht einverstanden ist. Mit der Kritik steht PRO BAHN nicht allein. In dem kommunalen Fahrgastbeirat „Lahn-Dill-Kreis/Stadt Wetzlar“ wurde die Kritik ebenso deutlich, dies sowohl von verschiedenen Verbandsvertretern als auch von Einzelvertretern in dem Gremium.

Die Kritik hielt in den letzten eineinhalb Jahren so stark an, dass der RMV zur Klärung des Sachverhalts in den kommunalen Fahrgastbeirat mit einer Abordnung kam und die Prüfung zusagte, ob nicht doch eine Aufwertung erfolgen kann.

Nun hat die öffentliche Debatte um den Fahrkartenschalter Erfolg. Der Bahnhof Wetzlar wird eine „RMV-Mobilitätsinfo“ erhalten und damit wieder einen Fahrkartenschalter. An der „RMV-Mobilitätsinfo“, die dann von Mitarbeitern der Deutschen Bahn besetzt sein wird, dort wird es auch Fernverkehrsfahrkarten geben. Dass sich die Deutsche Bahn der RMV-Mobilitätsinfo bedient, dies dürfte auf der Hand liegen, da ab Ende 2020 Wetzlar wieder Fernzughalt wird, wenn die neue DB-Fernverkehrslinie 34 (Frankfurt-Wetzlar-Siegen-Münster) an den Start geht.

Der PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen ist hoch erfreut über die Entwicklung und dankt im Sinne der Fahrgäste für das Umdenken. Nur durch fortwährende Prüfung von Sachverhalten, auch von bereits getroffenen Entscheidungen, lässt sich der Öffentliche Personennahverkehr nachhaltig verbessern.

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