Lollarer Bahnsteigmodell auch für Bahnhof Niederwalgern – eine Forderung von PRO BAHN Mittelhessen

Mit dem Neubau von Bahnsteigen und Unterführung sollen südlich von Marburg zunächst auch 55 cm Bahnsteige entstehen – gleiche Bahnsteighöhe auf gesamter Main-Weser-Bahn gefordert

Der Bahnhof in Niederwalgern, einem Ortsteil der Gemeinde Weimar (Lahn), ein eigentlicher Keilbahnhof der alsbald auf seinen Ausbau wartet. Links geht die Main-Weser-Bahn Kassel-Marburg-Gießen-Frankfurt (Main) vorbei und rechts zweigte die Aar-Salzböde-Bahn nach Lohra, Gladenbach, Bad Endbach, Hartenrod und bis nach Herborn ab, wo sie nach 43 km auf die Dillstrecke mündete. Auf einem Abschnitt von 19 km wird seit kurzem der Wiederaufbau diskutiert.

Der Bahnhof in Niederwalgern, einem Ortsteil der Gemeinde Weimar (Lahn), ein eigentlicher Keilbahnhof der alsbald auf seinen Ausbau wartet. Links geht die Main-Weser-Bahn Kassel-Marburg-Gießen-Frankfurt (Main) vorbei und rechts zweigte die Aar-Salzböde-Bahn nach Lohra, Gladenbach, Bad Endbach, Hartenrod und bis nach Herborn ab, wo sie nach 43 km auf die Dillstrecke mündete. Auf einem Abschnitt von 19 km wird seit kurzem der Wiederaufbau diskutiert.

Im Moment läuft das Anhörungsverfahren für den Ausbau der Verkehrsstation Niederwalgern. Die Unterlagen liegen im örtlichen Rathaus der Gemeinde Weimar (Lahn) sowie dem Regierungspräsidium Gießen aus.

Der Bahnhof Niederwalgern ist in seiner ursprünglichen Form ein Keilbahnhof an der Main-Weser-Bahn zwischen den zwei Universitätsstädten Marburg und Gießen. Hier zweigte die Aar-Salzböde-Bahn Niederwalgern-Hartenrod-Herborn ab, welche zwischenzeitlich zurückgebaut wurde. Teile dieser Strecke sind in Niederwalgern noch vorhanden. Auf der Main-Weser-Bahn bestehen die Hauptgleise 1 und 2 sowie das Gleis 3, der ursprüngliche Zustand der Personengleise für die Aar-Salzböde-Bahn auf der Westseite umfasste die Gleise 4 und 5. Seit Ende 2017 wird wieder intensiv über den Wiederaufbau des Streckenabschnitts Niederwalgern-Hartenrod diskutiert.

Bei seinem letzten Treffen befasste sich der PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen erneut mit dem geplanten Ausbau der Verkehrsstation, welche noch in ihrem Ausbauzustand weitestgehend wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorzufinden ist. Nun geht es um die Bahnsteige der Main-Weser-Bahn, welche bislang noch eine Höhe von 38 cm bzw. 26 cm aufweisen. PRO BAHN Mittelhessen fordert die Ausbauhöhe von 55 cm über Schienenoberkante und sieht den Hauptgrund in den im Einsatz befindlichen Zügen. Es kommen im Moment schwerpunktmäßig Nahverkehrstriebwagen von DB Regio vom Typ Talent 2 von Bombardier der Baureihe 442 als Mittelhessen-Express der Linie RB 41 zum Einsatz. Es halten noch einzelne Fahrten der Hessischen Landesbahn (HLB) mit dem Nahverkehrstriebwagen FLIRT von Alstom der Linie RE 98. Sowohl Talent 2 als auch FLIRT haben die Einstiegshöhe von 55 cm. Als dritter Zugtyp machen in Niederwalgern noch mit einzelnen Fahrten im Berufsverkehr und spätabends die im Regelbetrieb sechsteiligen Doppelstockwagen von DB Regio der Linie RE 30 Frankfurt-Gießen-Marburg-Kassel Station. Hier haben die Mehrzweckabteile eine Einstieghöhe von 55 cm.

Alles in allem wird es voraussichtlich noch mindestens 20 Jahre dauern, vielleicht auch für immer sein, dass 55 cm hohe Nahverkehrszüge zum Einsatz kommen, später kommt es vielleicht mal im Regelbetrieb auch zu 76 cm hohen Triebfahrzeugen. Um den ab 2022 geforderten barrierefreien Einstieg zu gewährleisten, wurde im drei Stationen weiter südlich befindlichen Lollar das Modell entwickelt, die Bahnsteige zunächst auf 55 cm Einstieghöhe neu zu bauen, sie aber so baulich vorzusehen, dass bei einer möglichen späteren Anhebung auf 76 cm kein kompletter Neubau mehr erforderlich sein wird und die Fundamente der Aufbauten verbleiben können. Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert Übernahme dieser Lollarer Lösung auf den Bahnhof Niederwalgern und „alle“ noch auszubauenden Verkehrsstationen entlang der Main-Weser-Bahn Frankfurt-Gießen-Marburg-Kassel.

Aktuell finden die Fahrgäste jedoch noch einen Bauzustand aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg vor, was hoffentlich in wenigen Jahren zu Ende sein wird. Um in Richtung Marburg/Kassel auf Gleis 2 einzusteigen, muss das Gleis 1 (Richtung Gießen/Frankfurt) ebenerdig überquert werden. Dazu wird eine Fußgängerschranke geöffnet, um überhaupt auf die Bahnsteiganlage zu kommen. Steht ein Zug in Richtung Norden, kann ein Zug Richtung Süden noch nicht mal in den Bahnhof einfahren, er muss mehrere Blockabstände weiter nördlich warten. Mit diesem Flaschenhals soll auf der Hauptstrecke der Main-Weser-Bahn schnellstmöglich Schluss sein und der Fahrgastverband unterstützt die Deutsche Bahn auch uneingeschränkt in dieser Forderung. Es ist der einzige seiner Art noch auf der Gesamtstrecke zwischen Frankfurt am Main und Kassel und nicht mehr zeitgemäß auf einer Achse, wo seit Ende 2018 nun auch im Regelbetrieb ICE-Züge verkehren.

Das Gleis 3 soll nun weiter nach außen gelegt werden und so zwischen den Gleisen 2 und 3 ein 6,10 m breiter neuer Bahnsteig entstehen. Somit können auch langsamere Regionalbahnen in den Bahnhof Niederwalgern einfahren und Fahrgäste aussteigen lassen, während schnellere Züge die langsameren Bahnen überholen, den Bahnhof auch ohne zu halten passieren. Der neue Bahnsteig für die Gleise 2 und 3 soll durch eine Treppe und barrierefrei mit einem Aufzug erreichbar sein. Der Hausbahnsteig für Gleis 1 soll ebenfalls ausgebaut werden und an ihm eine Rampe sowie eine Treppe für die Erreichbarkeit der Fußgängerunterführung zu Gleis 2+3 errichtet werden.

Dies ist alles soweit auch in Ordnung. Jetzt ist in der Gemeinde Weimar (Lahn), zu der Niederwalgern gehört, die Idee entstanden, den neu zu bauenden Fußgängertunnel unter der Main-Weser-Bahn komplett durchzubauen, also auch unter dem östlichsten Gleis 3 und somit nach Osten hin eine Durchfahrt für Radfahrer zu schaffen. Hier geht es dann um Geld, was wiederum andere Stellen aufbringen sollen als der Schieneninfrastrukturbetreiber Deutsche Bahn. Dies wäre jedoch eine optimale Radwegeverknüpfung in der Ebene des Lahntals zwischen Gießen und Marburg und insbesondere zwischen den Weimarer Ortsteilen Niederwalgern und Roth. Der PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen unterstützt die Gemeinde Weimar (Lahn) in dieser Forderung und hofft im Rahmen des Anhörungsverfahrens auf die Übernahme in den weiteren Planungsprozess für die Verkehrsstation, die 2021/2022 gebaut und eingeweiht werden soll.

Damit hätte Niederwalgern einen optimalen Bahnhof mit den Gleisen 1, 2 und 3 der Main-Weser-Bahn. PRO BAHN Mittelhessen hofft, dass erste Untersuchungen zu dem Wiederaufbau der Salzbödebahn mit den Gleisen 4 und 5 auch positive Zeichen bringen, dass dann auch der westliche Teil des Gesamtensembles Keilbahnhof einmal wieder in seiner vollen Pracht erstrahlt.

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