Der Gießener Marktplatz – vor 13 Jahren teure Komplettsanierung des zentralen Busknotenpunktes und nun sanierungsbedürftige Revision – am 18.10.2018 fahren die Busse wieder

Der Marktplatz in Gießen am 14.10.2018, die Fahrbahn noch "verhüllt" mit Bauzaun und grünen Stoffbahnen.

Der Marktplatz in Gießen am 14.10.2018, die Fahrbahn noch „verhüllt“ mit Bauzaun und grünen Stoffbahnen.

Der Gießener Marktplatz, seit seinem Umbau in den Jahren 2004 und 2005, als über Monate hinweg kein Stein mehr auf dem anderen geblieben ist, seither sorgt er fortwährend für negativen Gesprächsstoff.

Nach nur 13 Jahren gab es nun schadensbedingt eine umfassende Teilsanierung. Seit dem 29.08.2018 war für rund 7 Wochen der Platz gesperrt, die Stadtbusse mussten seither eine Umleitung fahren. Donnerstag, der 18.10.2018, das ist nun der Start, dass die Busse wieder über den Marktplatz fahren.

Der Marktplatz mit Spurrillen im Asphalt vor dem Umbau, eine Gefahr nicht nur für Radfahrer und Fahrgäste.

Der Marktplatz mit Spurrillen im Asphalt vor dem Umbau, eine Gefahr nicht nur für Radfahrer und Fahrgäste.

Was ist seither passiert?

Ein Blick über den Zaun, die neue Betonfahrbahn der Bushaltestellen auf dem Gießener Marktplatz am 14.10.2018.

Ein Blick über den Zaun, die neue Betonfahrbahn der Bushaltestellen auf dem Gießener Marktplatz am 14.10.2018.

Die Fahrbahn auf dem Platz wurde komplett entfernt. Sie war seither in Asphalt ausgeführt und wies schon wenige Monate nach der Eröffnung 2005 starke Schäden auf. Bereits im Gewährleistungszeitraum kam es 2007 zur erneuten Sperrung und der Asphalt erneuert. Auch dieser „verdrückte“ sich aufgrund der Lasten der Busse. Seither half man sich seitens der Stadt mit fortwährendem Abfräsen aus.

Nun, 13 Jahre danach entschloss man sich zur umfassenderen Lösung und die Fahrbahn im Haltestellenbereich ist nun in Beton ausgeführt. Es hat sich inzwischen als beständig erwiesen, dass man Haltestellen besser in Beton ausführt. Im Fall des Gießener Marktplatzes ist die beständigere Bauausführung umso dringlicher. Die beiden Hauptknoten im Stadtbusnetz sind eben der Berliner Platz und der Marktplatz. Es gibt auf dem Marktplatz nur jeweils einen, wenn auch längeren Bussteig je Fahrtrichtung und über den zentralen Platz im Bereich der Fußgängerzone umfasst mit den Linien 2, 3, 5, 7, 9, 12, 13, 24, 801, 802 sowie künftig auch der Linie 15 doch immerhin elf Stadtbuslinien und damit eine Frequentierung so, dass im Durchschnitt alle vier Minuten ein Bus abfährt.

Neben der Sanierung der Fahrbahn auf dem Marktplatz ist auch der Asphalt in der Marktstraße sowie der Neustadt als Zulaufstraßen erneuert wurden. Außerdem wurde das taktile Leitsystem für Sehbehinderte auf dem Platz ausgetauscht.

Die seinerzeitige Komplettsanierung 2004/2005 ist misslungen, anders kann man es nicht ausdrücken. Die seinerzeit konservative Stadtregierung propagierte einen großflächen Grobasphalteinbau mit grauer Schattierung. So wirken auch die reinen Fußgängerflächen unfreundlich und abweisend, anstatt dass attraktives Pflaster eingebaut worden wäre, wie z.B. das rote Rechteckpflaster in der Einkaufsstraße Seltersweg und den Nachbar-Fußgängerzonen. Die Buswartehallen, globige Glaskörper mit sehr wenigen Sitzplätzen, sie schafften es seinerzeit ins Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler, weil sie sehr sehr teuer waren und wenig für den Fahrgast brachten. Ein RMV-Fahrkartenautomat war schon nach wenigen Monaten defekt und wurde nicht mehr instand gesetzt. Erst vor wenigen Monaten entschloss man sich zur Aufstellung einer Dynamischen Fahrgastinformation, eine Errungenschaft welche Fahrgäste schon in anderen Städten schon seit Jahrzehnten zu schätzen wissen, erhielten die Universitätsstädter außerhalb des Bahnhofs im Stadtbusnetz keinerlei aktuelle Informationen über aktuelle Fahrten, man musste sich auf den Aushangplan in Papierform verlassen. Das ist nun zumindest an einzelnen Knoten wie dem Marktplatz anders geworden.

Die Hauptärgernisse auf dem Marktplatz dürften nun ab dem 18.10.2018 behoben sein. Wenn die teilsanierten Flächen in Anspruch genommen werden, dann wird man den Betrieb beobachten müssen. Aus Sicht des ÖPNV wird dies auch der PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen tun.

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